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Familie Schmidt

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Bild 1: Das ist das erste Foto, was aus der Schmidtfamilie noch vorhanden war. Es ist die Ur-Ur-Großmutter von Gerhard Schmidt - Eurem Vater. Der Rufname ist nicht bekannt. Die Familie Menzel war eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Torgau (Großhandel von Gewürzen und Lederwaren). Sie ist 1806 geboren und 1875 verstorben. Sie ist die Mutter der Zwillinge auf Bild 2.

 

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Bild 2: Es ist das Foto eines Gemäldes, welches die Mutter zum 40. Geburtstag erhielt. (Es ist noch vorhanden und im Besitz von Tante Helga Fischer geb. Schmidt.) Es zeigt Marie Sophie Schuster geb. Menzel, geboren am 16. März 1840 in Torgau (verstorben am 02.09.1902) mit ihrer Zwillingsschwester (im 6. Lebensjahr). Die Zwillingsschwester verstarb an Herzversagen bei der Landung in Afrika (wahrscheinlich nach ihrer Verheiratung im jugendlichen Alter).

 

 

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Bild 3: Marie Sophie im Alter von 16 Jahren

 

 

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Bild 4: Gustav Schuster - der nachmalige Ehemann von Marie Sophie - geboren am 23.09.1840 in Laubegast (Dresden) - verstorben am 18.11.1902. Er arbeitete als Landschaftsgärtner. Auch er war wohlhabend. Sie heirateten am 25.06.1865 in Dresden Blasewitz.

Nachdem Gustav sein Vermögen und die Mitgift seiner Frau bei Spekulationsgeschäften verloren hatte, bekam die Familie vom Bruder der Marie Sophie Lebensmittel und Bekleidung, aber kein Geld zur Verfügung gestellt.

Von den 9 Kindern der Eheleute wurde Martha am 29.11.1872 in Blasewitz geboren. Sie verheiratete sich mit Hermann Schmidt.

 

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Bild 5: Die Urgroßeltern von Gerhard Schmidt

Julius Schmidt geboren am 13.12.1835 in Neustadt, verstorben am 14.12.1921 in Langburkersdorf. Er war einer der letzten Handweber in Langburkersdorf. Seine Frau Auguste Wilhelmine geb. Hesse wurde am 14.04.1841 in Langburkersdorf geboren und starb am 14.11.1910 in Langburkersdorf. Sie arbeitete bis ins hohe Alter im Neustädter Emaillierwerk. Sie heirateten am 17.02.1867.

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Bild 6: Einer ihrer Söhne war Hermann, geb. 08.11.1869. Er verstarb mit 36 Jahren (30.11.1905) wahrscheinlich an einer Vergiftung durch Farben in der Kunstblumenindustrie. Er arbeitete als Blätterarbeiter.

 

 

Als mein Großvater fast erfroren wäre!

Um 1880 lieferte mein Großvater, Hermann Schmidt, die fertige Leinewand zum Verleger nach Steinigtwolmsdorf. Hermann war 12 Jahre und mußte den weiten Weg durch den Hohwald mit einer großen Hucke allein zu Fuß machen. Sein Vater, Julius Schmidt - er war der letzte Leineweber in Langburkersdorf, war in großer Sorge, als sein Junge eines Winterabends nicht zu Hause ankam. Viele Nachbarn halfen mit Stallaternen beim Suchen. An der Heuwiese haben sie ihn gefunden, der Schneesturm hatte ihn so verweht, daß nur noch eine Hand zu sehen war. Von da an war seine Gesundheit angegriffen und die bleihaltige Blumenfarbe „Schweinfurter Grün" hat das ihrige noch dazu getan. So starb er bereits mit 37 Jahren. Seine Familie blieb in großer Not zurück, denn es gab weder Witwen- noch Waisenrente.

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Bild 7: zeigt das von Martha (mit 14 Jahren) gestickte Tuch (Kreuzstich) welches ebenfalls noch im Original bei Tante Helga vorhanden ist.

 

 

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Bild 8: Martha Schuster im 16ten Lebensjahr. Martha hatte durch einen Sturz im Kindesalter einen Hüftschaden und war dadurch etwas behindert.  Zur Ausübung ihres Berufes als Weißnäherin kaufte ihr ihr Vater eine Nähmaschine (zur damaligen Zeit eine Seltenheit). Sie nähte bei einem „adligen Fräulein", was am Dresdner Hofe ein- und ausging. Mit ihrer Arbeitgeberin unternahm sie des öfteren weite Reisen in der Kutsche, u. a. nach Altenburg (Thüringen) und Krakau (Polen).

 

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Bild 9: Martha Schuster und Hermann Schmidt heiraten am 23.04.1898.

Sie haben 3 Söhne - Martin geb. 1898, Curt geb. 20.10.1901 und Fritz geb. 1904. Als Hermann 1905 stirbt, bleibt Martha mit den Kindern allein zurück. Den Lebensunterhalt der Familie verdient sie durch Weißnähen bei wohlhabenden Familien in Langburkersdorf (u. a. Familie des Blumenfabrikanten Fischer und Bäckerei Lähner).

 

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Bild 10: Karl Teubner geb. 26.07.1860 und Julie geb. Prosche - geb. am 18.08.1864 - Hochzeit am 03.05.1892

Karl Teubner war Schuhmacher in Schwabitz (Tschechien - damals Österreich-Ungarn), seine Vorfahren waren Bauhandwerker. Seine erste Frau verstarb und er blieb mit einem kleinen Sohn - Julius - zurück.

Julie war als Hausmädchen bei einer Offiziersfamilie in Wien beschäftigt Von dort brachte sie ihre kleine Tochter Josa mit in die Ehe. Ihre Vorfahren waren Weinbauern in Gastorf (Hoska) an der Elbe, unterhalb von Melnik.

 

Als mein Großvater zum ersten Mal nach Langburkersdorf kam!

 Um 1878 unternahm eine Gruppe junger Leute aus Rumburg eine Radtour nach Sachsen. Mein Großvater, Karl Teubner, Schustergeselle in Rumburg zu Kost und Logis, nahm als 18jähriger Bursche mit einem geborgten Rad (Hochrad ohne Freilauf!)  an dieser Sonntagstour teil. Die Fahrt hatte am Haus gegenüber vom Oberen Gasthof (Ecke Böhmische - Dorfstraße) ein plötzliches Ende, weil das Gefälle am Raupenberg doch zu stark gewesen war. Der Rückweg zu Fuß mit Radteilen auf dem Buckel dauerte an die 6 Stunden. Das hat aber meinen Großvater nicht davon abgehalten, 1897 mit seiner Familie nach Sachsen zu ziehen, (erste Wohnung in der Schmiede, jetzt Weihrauch).

 

Als mein Großvater in der K.u.K.-Armee diente!

Im alten Österreich war die Wehrpflicht 4 Jahre; deshalb mußte mein Großvater, Karl Teubner von 1880 bis 1884 im Infanterieregiment 42, wo erst tschechisch danach deutsch befohlen wurde, dienen. Nach der Ausbildung in der Festung Theresienstadt kam die Besetzung von Herzegowina. Über die politischen Zusammenhänge wurden die Soldaten bewußt im unklaren gelassen. Die Besatzer waren so „beliebt", daß jeder Postengang nur zu viert möglich war. Auch Wolfsrudel waren damals nichts besonderes auf dem Balkan. Als letzte Zuflucht blieben den Soldaten oft nur die Bäume. Alles in allem sei es die beste Zeit seines Lebens gewesen, meinte mein Großvater. Und wahrlich, es war die einzige Zeit seines Lebens, wo er gut und genügend zu essen hatte. Deshalb hatte er auch nichts dagegen, als seine Söhne freiwillig in den 1. Weltkrieg gingen. Er selbst mußte als Armierungssoldat aus den Masurischen Sümpfen Tote bergen. Zwei Söhne hat er im Kriege verloren und er starb an den Folgen des Hungers im Kriege.

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Bild 11: Gemeinsam hatten die Eheleute noch 5 Kinder - Margarete (geb. 1895), Hans (geb. 1897), Fritz (geb. 1899), Eva (Anna) geb. 1901 und Maria, geb. 03.12.1905. Die beiden Söhne Julius und Hans fielen im ersten Weltkrieg (1914 - 1918). Als das kleine Haus (strohgedeckt) in Kreibitz-Teichstadt (Rybniste) durch Blitzschlag abbrannte, konnte der Vater die Kinder aus dem Brand retten, die Mutter war nicht zu Hause. Dadurch verlor die Familie alles, was sie besaß. So entschlossen sie sich, nach Sachsen zu ziehen.

1908 kauften sie ein Häusel in Langburkersdorf (Lehmbau und strohgedeckt). Auf dem Grund steht jetzt das Haus von Tante Ursel und Onkel Bernd, was sie sich in den 70er Jahren bauten.

Vater arbeitete als Schuster, Mutter als Plätterin (Emaillieschilder sind noch in der Laube eures Vatis vorhanden).

 

Bild 12: Maria Teubner auf einem Paßfoto von 1913, also 8 Jahre alt. Zu dieser Zeit erhielt die Familie die reichsdeutsche Staatsbürgerschaft.

Bild 13: Maria Schmidt um 1940
Nach ihrer Schulentlassung war sie in verschiedenen Haushalten als Dienstmädchen beschäftigt. Als ihr Vater erkrankte und 1922 starb (wahrscheinlich an Magenkrebs) kam sie nach Langburkersdorf zurück und begann in der Kunst­blumenindustrie zu arbeiten (Fa. Gebr. Clauß in Neustadt).
Nach dem 1. Weltkrieg bildeten sich Jugendgruppen, die gemeinsam wanderten, Theater spielten, tanzten und so ihre karge Freizeit verbrachten. Dabei lernte sie Curt Schmidt kennen.

Bild 14: Oma Maria Schmidt 1985
 

Bild 15: Dieses Foto zeigt Curt Schmidt (r.) und Bruder Fritz und beim Arbeiterturnfest in Leipzig 1922.

Bild 16: Maria Teubner und Curt Schmidt heiraten am 02.07.1927. Es war eine schwierige Zeit mit vielen Arbeitslosen. Die Hochzeit wurde mit wenigen Verwandten und Bekannten gefeiert

Bild 17: Silberhochzeit 1952 - wieder in der schwierigen Nachkriegszeit

 

 

 

Bild 18: Familie Schmidt 1937
Gerhard, geb. 17.04.1928, Mutter Maria, Fritz, geb. 30.09.1929, Helga, geb. 13.09.1933, Vater Curt, Annerose, geb. 16.06.1935. Es fehlt noch Ursula, die erst am 12.02.1939 zur Welt kam.
Vater Curt arbeitete als Holzarbeiter in der Hofmühle Langburkersdorf, zwischendurch war er arbeitslos. 1940/41 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und erlebte das Kriegsende in Nordnorwegen. Die Familie hatte sich etwas Feld gepachtet, hielt sich eine Kuh und ein Schwein -später nur noch Ziegen. Mit Zeitungen austragen, wobei auch die Jungen Gerhard und Fritz ihre Aufgaben hatten, wurde etwas zuverdient. Nach dem Kriegsende nach Hause zurückgekehrt, arbeitete Curt wieder im Sägewerk. Seine Gesundheit war stark angeschlagen und er verstarb am 05.02.1960 an Nierenversagen.

 

Bild 19: 1941, Mutter Maria mit ihren 5 Kindern.
Bild 20 Der Vater ist Soldat.


 

Bild 21 Maria und Curt in den 30iger Jahren mit ihren Ziegen.

 

Bild 22 Curt Schmidt mit seinem Cousin Fritz Schuster 1956. (Die Mutter von Fritz war die Schwester des Vaters von Curt, der Vater von Fritz war der Bruder der Mutter von Curt.)

Bild 23 Der Krieg ist zu Ende, die Söhne sind inzwischen groß. Der Aufbau beginnt zunächst mit zusammengebauten Motorrädern -1954 - Curt, Fritz und Gerhard (euer Vati).

Bild 24:: Das ist der kleine Gerhard im Jahre 1930.

Bild 25 Hier stolz mit der Zuckertüte zum Schuleingang (1934). Da die Jungen nicht getauft waren, sollte Gerhard nicht in die Schule aufgenommen werden - die Nazis gaben sich in den ersten Jahren ihrer Herrschaft recht christlich. - So wurden Fritzel und Gerhard fein angezogen und wanderten in die Neustädter Kirche zur Taufe, Onkel Fritz Schmidt kam von der Arbeit mit dem Fahrrad als Taufpate.

 

Bild 26: 1942 Konfirmation (mit Mama). Die Lehrstelle als Tischler beim „Äpplmüller" (Gaststätte mit Tischlerei in Langburkersdorf) ist vorhanden. Die Ausbeutung junger Leute in den Kriegsjahren war enorm. Feierabend kannte man kaum. Zu Hause mußte aber der Mutter noch bei der Kuh und auf dem Feld geholfen werden. Manchmal an Wochenenden drückte man sich auch und es wurde Unfug gemacht. Da Schießen an der Tagesordnung war, probierten die Jungen das auch selbst aus, mit Schwarzpulver.

 

Bild 27: Fast alle Jungen des Jahrganges 1928 hatten sich schon freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet Auf Grund des Einflusses seines Elternhauses kam das bei Gerhard nicht in Frage. Die Gesellenprüfung wurde „vorgezogen", da jeder „Mann" für die „Verteidigung des Vaterlandes" gebraucht wurde. Noch 1945 wurde Gerhard zum Arbeitsdienst eingezogen, dort erlebte er seinen 17. Geburtstag. Mutter Maria besuchte ihn und als sie aus Freitelsdorf nach Hause wollte, war inzwischen die Elbbrücke in Pirna durch Bomben zerstört. Danach ging der Marsch der jungen Menschen bis er am 13. Mai 1945 für Gerhard in Langburkersdorf beendet war.

Gerhard arbeitete nun wieder in der Tischlerei Müller.
Am 1. Mai 1946 ging er nach Magdeburg. Tante Gretel (Schwester von Oma Maria Schmidt) hatte, nach der Ausweisung aus Obergeorgental bei Brüx (jetzt Most), eine völlig von Bomben zerstörte Gärtnerei übernommen und brauchte Hilfe. In einer größeren Bau- und Möbeltischlerei konnte Gerhard sich weiterqualifizieren. Zusätzlich besuchte er Volkshochschulkurse für Mathematik und Naturwissenschaften. Dort weckte ein Dozent das Interesse für den Lehrer-Beruf. Von 1947 bis 1951 folgte eine Tätigkeit als Tischler bei VEB Fortschritt in Neustadt. 1951/52 ging Gerhard zur Ausbildung an das Berufspädagogische Institut in Halle. Nun konnte er ab 1952 bis 1956 in Neustadt als Berufsschullehrer arbeiten. In dieser Zeit legte er auch seine 1. und 2. Lehrerprüfung ab. Um in seinem Beruf noch bes­ser arbeiten zu können, erreichte er in einem kombinierten Fernstudium 1955 die Hochschulreife. Er studierte von September 1956 bis Juli 1960 im Direktstudium an der Technischen Universität in Dresden mit dem Abschluß als Diplom-Gewerbelehrer, Fachrichtung Bau - Holz.

Bild 28: Inzwischen hatte er sich auch seinen Schäferhund Blitz angeschafft, (ca. 1950)

Bild 29: und sein Foto 1956 - so wie er Eurer Mutti gefiel.

Opa Gerhard erzählt (Tondokumente)

 

Bild 31: Opa im Jahre 1958 als bereits der erste Enkel Thomas da ist.

Bild 30: Das ist noch einmal die Oma (Maria Schmidt starb am 30.05.1988)

 

Bild 32 und Bild 33: Advent 1986 bei Oma Schmidt mit Mutti und Vati.